Missglückter Saisonstart für Klaenhardt . 07.06.2010

Endlich konnte der Ahrensburger Rennfahrer in Großbritannien wieder einen Lauf zur Rallycross-Europameisterschaft bestreiten. Anfangs lief es gut, doch dann kam das unsanfte Aus.

Allein in seiner Klasse fanden sich mehr als 25 Gegner, als Jürgen Klaenhardt die endgültige Nennungsliste studierte. „Das wird schwer“ hatte er noch am Freitag zu seinem Team gesagt, als es auf die Reise ins englische Lydden Hill ging. Dennoch ließ sich der Rallycross-Senior nicht beirren: „Ich fahre Vollgas, wir werden sehen, was am Ende dabei herauskommt“.

Im ersten Durchlauf konnte Klaenhardt nur die 21. Zeit markieren, es fehlten jedoch nur wenige Sekunden auf die Kontrahenten. Nach zwei der insgesamt drei zu absolvierenden Vorläufe hatte sich der Ahrensburger mit seinem Peugeot 206 Maxi bereits auf Rang 13 vorgefahren.

„Das wäre ein Platz im C-Finale gewesen und auf jeden Fall ein Platz in den Punkten“ ärgert sich Klaenhardt, für den die Entscheidung im dritten Qualifikationslauf fallen sollte.

Den Start gewinnt er fast, kann sich noch als Zweiter einreihen und will in die erste Kurve einlenken, da passiert es: „Ich spüre einen Schlag, von hinten schubst mich ein Kontrahent und ich verliere die Kontrolle über das Rennauto“, schildert der plötzlich machtlose Pilot die gefährliche Situation. Eine Bodenunebenheit hebelt das Auto aus, Klaenhardt rast von der Strecke über das rutschige Gras und prescht frontal auf einen großen Reifenstapel zu.

„Ich habe sofort gemerkt, dass ich keine Chance mehr habe und das Lenkrad losgelassen, damit ich mir nicht die Hände breche“ erklärt der Senior. Der frisch überarbeitete Peugeot knallt frontal in die Barriere, dreht sich und bleibt im Infield stehen, Klaenhardt bleibt unverletzt und steigt wütend aus. „Das wars“ schrie er noch direkt nach dem Unfall verärgert, doch schon am Abend hellt sich die Stimmung auf. Das erste Fazit hat ergeben, dass an dem hochgezüchteten Triebwerk keine Schäden zu verzeichnen sind und mit ein wenig Arbeit das Fahrzeug wieder hergestellt werden kann.

So blieb am Ende nur noch der achtzehnte Gesamtrang und das Team musste die Heimreise ohne EM-Punkte im Gepäck antreten.

Text+Bild: Sven Kopf


Klaenhardt-Comeback. 25.05.2010

Nach durchstandener Krebserkrankung greift Europas ältester Rallycrosser wieder an. Am 31. Mai wird der Ahrensburger Rennfahrer in Großbritannien den dritten Lauf zur Rallycross-Europameisterschaft bestreiten.

Der Saisonauftakt der Rallycross Europameisterschaft fand in Portugal statt. Jürgen Klaenhardt war nicht selbst vor Ort, aber trotzdem in aller Munde. Viele fragten nach, wie es Europas ältestem Rallycrosser geht, immerhin hatte er aufgrund einer Krebserkrankung längere Zeit pausieren müssen. „Die Nachuntersuchungen finden regelmäßig statt, aber es ist bisher alles in Ordnung“ erklärt Klaenhardt und gibt sofort einen Einblick in die Saisonpläne: „Ich werde beim Rennen in Großbritannien erstmals wieder hinter dem Steuer sitzen, der Wagen ist fertig und auf dem neusten Stand“ damit meint der 74jährige in erster Linie das Sicherheitspaket des Fahrzeuges, Rennsitz, Overall, Helm und ein spezielles Schutzsystem für die Nackenwirbel mussten angeschafft werden. Selbst das Wohnmobil und der Trailer haben vor kurzem den TÜV-Segen erhalten. „Auch beim Transport spielt die Sicherheit eine wichtige Rolle“ weiß Klaenhardt, der selbst mit an Bord des Gespannes sitzt wird, wenn das Team auf die Reise geht.

„Das Budget ist klein, aber trotzdem wollen wir so viele Läufe wahrnehmen wie möglich, auf jeden Fall stehen neben dem Lauf auf der Insel auch die Rennen in Belgien und Deutschland und schließlich das Finale in Tschechien im Terminkalender“. Im tschechischen Sosnova hatte Klaenhardt im vergangenen Jahr die ersten Gehversuche nach der Erkrankung gewagt und festgestellt, dass er durchaus noch mithalten kann. Der Erfolg spielt für den Rallycross-Senior dabei kaum noch eine Rolle. „Viele junge Fahrer mit bestem Material streiten um die Krone, im letzten Jahr gewann sogar ein Siebzehnjähriger die Europameisterschaft. Gerade in meiner Division 1A sind so viele Fahrer dabei, dass es für mich sehr schwer wird, in die Punkteränge zu fahren“ zeigt sich Klaenhardt skeptisch. Dennoch will der Rallycross-Senior alles geben, um in den begehrten Punkterängen zu landen.

Text+Bild: Sven Kopf


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